Mut zur Persönlichkeit: Wie Chérine De Bruijn ihr Business aufgebaut hat

Mut zur Persönlichkeit: Wie Chérine De Bruijn ihr Business aufgebaut hat

Anna-Lena Kümpel
von Anna-Lena Kümpel

Chérine De Bruijn ist Moderatorin, Speakerin und Gründerin der Boutique-Beratung CORPORATE KITCHEN®. In ihrem Podcast „MUT ZUR PERSÖNLICHKEIT“ spricht sie mit Menschen über Haltung im Business. Wir haben mit ihr darüber gesprochen, wie man als ModeratorIn sichtbar wird, warum ein Showreel ein Gamechanger ist und weshalb wir den „Moderations-Kuchen“ lieber teilen sollten.


Anna-Lena Kümpel: Chérine, du bist Moderatorin, Speakerin und Inhaberin einer Boutique-Beratung. Wie sieht dein Geschäftsalltag aus und was verbindet diese verschiedenen Rollen?

Chérine De Bruijn: Mein roter Faden ist das Thema „Mut zur Persönlichkeit“. Ich schaffe den Rahmen für Menschen und Themen, die einen positiven Wandel bewirken wollen. Vor rund zehn Jahren habe ich mich selbstständig gemacht, um meine Stärken für verschiedene Kunden anzubieten. Heute teilt sich das in drei Bereiche auf: meine Kommunikationsberatung CORPORATE KITCHEN®, mein Podcast und meine Arbeit als Moderatorin, Speakerin und als Mentorin für Bühnenauftritte und Präsenz.

Wie bist du zum Moderieren gekommen?

Ich habe in 2007 als PR-Trainee angefangen und war später Pressesprecherin und vor Start meiner Selbständigkeit in 2016 Geschäftsführerin eines Branchennetzwerks für die digitale Wirtschaft in Köln. In diesen Rollen war ich oft Gastgeberin, habe Programme gestaltet, Menschen willkommen geheißen und miteinander vernetzt.

Als ich mich selbstständig gemacht habe, kam mein Netzwerk auf mich zu und hat mich für Moderationen angefragt. Die erste konkrete Anfrage habe ich bei einem Startup Breakfast bekommen und ich hab einfach gesagt „Ja, klar. Ich schicke dir nächste Wochen mal meine Website, dann kannst du durch meine Referenzen schauen.“ Der Haken: Es gab meine Website noch gar nicht. Also habe ich sie in nur drei Tagen konzipiert, erstellt – beim Design hat mir ein Website-Baukasten geholfen, da konnte ich mich gut kreativ austoben.

Wie wichtig ist eine Website für Moderator:innen heute noch?

Wer digital nicht sichtbar ist, findet in dieser Branche nicht statt. Kunden kaufen Sicherheit und Vertrauen ein. Dafür sind Referenzen, Videos und Fotos essenziell. Eine professionelle Website ist das Minimalziel. Und wenn du das hast, würde ich immer empfehlen, sich als nächstes um LinkedIn zu kümmern.

Du musst jetzt nicht die Hardcore-Influencerin sein und jeden Tag da irgendwas posten. Du musst aber präsent sein und dich zumindest mit deinem Netzwerk, mit deinen Kundinnen und Kunden, mit deinen potenziellen Geschäftspartner:innen vernetzen.

Ein echter Gamechanger war für mich das Showreel. Ich spürte irgendwann eine Hemmung bei Kunden, mich für größere Jobs zu buchen, weil mir dieses visuelle Dokument fehlte. Als ich es endlich professionell produzieren ließ, hat mich das katapultiert. Ebenso wichtig ist mein Moderations-PDF-Booklet, das ich bei Anfragen schnell mitschicken kann. Es wirkt professionell und Kunden speichern es sich gerne für später ab.

Wie lange warst du schon am Markt, als du dich um dein Showreel gekümmert hast?

Circa zwei Jahre. Ich hatte dann zum Glück schon einige Referenzvideos, die ich einbauen konnte.

Du hast erzählt, dass die ersten Aufträge aus deinem Netzwerk kamen, weil Menschen dich aktiv angesprochen haben. Was hast du denn getan, um weitere Aufträge zu bekommen?

Natürlich habe ich mein Netzwerk auch aktiv angesprochen und alle informiert, dass sie mich auch als Speakerin und Moderatorin buchen können. Aber vorher habe ich eben die Website gebaut. Aber bis heute kommen die meisten meiner Aufträge über Empfehlungen aus meinem Netzwerk.


PORTRAeT TITELFOTO CHERINE   Credit  Alyn Camara Ch rine 92


Wie pflegst du dein Netzwerk?

Netzwerken ist ein Geben und Nehmen. Ich bringe proaktiv Menschen zusammen, empfehle Kolleg:innen weiter, wenn ich selbst keine Zeit habe, oder hole Nachwuchstalente dazu. Es gibt oft ein Gefühl von Konkurrenz im Business, aber ich finde: Der Kuchen ist groß genug für alle. Wir müssen uns gegenseitig unterstützen, statt uns die Krümel wegzunehmen.

Du bezeichnest Moderator:innen als „Energiedirigenten“. Wie schaffst du es, die Stimmung im Saal zu steuern?

Ich gehe mit der Einstellung in einen Termin: Die Leute sollen danach mehr Energie haben als vorher. Das beginnt beim Aufgang auf die Bühne. Die ersten Schritte und das erste „Herzlich Willkommen“ entscheiden über die Grundspannung. Ich versuche, die Stimme des Publikums zu sein. Wenn ich spüre, dass die Energie im Raum sinkt, muss ich gegensteuern. Humor und eine gewisse Nahbarkeit helfen dabei – bei mir ist es oft mein deutsch-niederländischer Hintergrund, der das Eis bricht.

Dein Podcast „MUT ZUR PERSÖNLICHKEIT“ hat über 130 Folgen. Welchen Effekt hat dieses Format auf dein Business?

Jede Folge ist ein Beleg für meine Fähigkeit als Gesprächsführerin. Interessenten hören, wie ich ticke, und das schafft Vertrauen. Zudem spült es mich bei Themen wie Mut und Haltung immer wieder in die Sichtbarkeit. Aber man braucht einen langen Atem: Ich habe das Gefühl, erst ab Folge 100 wurde ich mit dem Podcast gefühlt so richtig ernst genommen, weil dieses Format viele für sich entdeckt haben, aber deutlich weniger es auch professionell und verlässlich durchziehen.

Warum hast du den Podcast gestartet?

Als Moderatorin oder Speakerin – aber auch in meinen vorherigen Jobs – lerne ich so viele tolle Menschen kennen. Das hat mir während der Pandemie gefehlt, deshalb dachte ich: Lad die Leute doch einfach zu dir ein. Der Podcast ist aus dem Wunsch entstanden, Menschen zu begegnen und zu ermutigen.

Was ist für dich das Wichtigste, um auf der Bühne zu bestehen?

Authentizität. Man kann Moderationstechniken lernen, aber man kann keine Persönlichkeit faken. Habt den Mut, ihr selbst zu sein. Wenn ihr euch verstellt, merkt das Publikum das sofort. Moderation ist Gastgeber-Sein mit Herzblut. Wenn man das verinnerlicht, kommen die Aufträge fast von allein.

Was gibst du KollegInnen mit, die gerade erst loslegen?

  • Sorgt für eine professionelle Website und einen LinkedIn-Auftritt.
  • Verkauft euch niemals unter Wert. Was umsonst ist, ist in den Augen der Kunden oft nichts wert. Orientiert euch an üblichen Gagenlisten und tauscht euch untereinander in der Branche aus.
  • Eure Persönlichkeit ist euer größtes Alleinstellungsmerkmal. Texte können viele vorlesen, aber wie ihr es rüberbringt, ist einzigartig.

Hast du auch einen Tipp für die Moderator:innen, die schon eine Weile am Markt sind?

Schaut nicht immer nur, wen ihr noch Neues gewinnen könnt als Kundinnen und Kunden. Geht mal in euren Kundenstamm rein und sprecht mal mit denen, ob man nicht noch mal hier und da noch mal mehr miteinander umsetzen kann.

Ich habe mir irgendwann mal so eine Balanced Scorecard gemacht: auf der einen Achse die Kunden und auf der anderen Achse meine Leistungen. Und dann habe ich Kreuzchen in alle Felder gemacht, die ich mit den Kunden schon umgesetzt habe und geschaut, wo noch Potential ist.

Chérine, vielen Dank für diese tiefen Einblicke!

Sehr gerne, danke für das Gespräch! Und nicht vergessen: Seid mutig, zeigt Persönlichkeit! #mutzurpersönlichkeit



Header: Founders Foundation / Benjamin Janzen
Foto: Alyn Camara

Anna-Lena Kümpel
Anna-Lena Kümpel
Anna-Lena ist Moderatorin für Business Events und hat die Modschool gegründet, um Business-Starter:innen ihren Weg zum erfolgreichen Moderations-Business zu erleichtern.

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